11. April, 11 bis 15 Uhr im Flughafen Köln/Bonn, Terminal 1/Abflug

An diesem Samstag, dem 11.04., werden wir von 11 bis 15 Uhr unseren zweiten Aktionstag zur drohenden europäischen Passagierdatenspeicherung auf dem Köln-Bonner Flughafen veranstalten. Im Rahmen der Kampagne Verfolgungsprofile, bei der sich #StopWatchingUs Köln zusammen mit etlichen anderen überwachungskritischen Gruppen und Organisationen engagiert, wollen wir über die geplante europaweite Speicherung und Auswertung unserer Reisedaten aufmerksam machen und die Menschen zum Widerstand mobilisieren. Wir freuen uns, wenn ihr am Samstag im Flughafen vorbeischaut. Der Aktionstag findet übrigens auch an weiteren Flughäfen in Deutschland statt:

Ihr könnt ganz einfach helfen!

Wir haben Postkarten vorbereitet, die ihr an eure politischen Stellvertreter in Brüssel schicken könnt und mit denen ihr sie darauf aufmerksam macht, dass ihr euch gegen diese geplante Vorratsdatenspeicherung von Daten Reisender aussprecht – die Aktion kostet euch nur fünf Minuten!

Die Postkarten bekommt ihr in beliebiger Menge auf unserem wöchentlichen Treffen, oder ihr sprecht uns direkt an. Sprecht auch euer persönliches Umfeld an, sich daran zu beteiligen, denn der zeitliche Druck zur Verhinderung dieser geplanten europäischen Richtlinie ist groß. Auch ein Informationsblatt und Aufkleber haben wir vorbereitet.

Zum Hintergrund

In Kürze wollen der Ministerrat und das Europäische Parlament eine Richtlinie verabschieden, die alle Fluggesellschaften zur Weiterleitung umfassender Datensätze über alle Passagiere (engl. "Passenger Name Records", kurz PNR) an die Ermittlungsbehörden verpflichtet. Dort sollen die PNR-Einträge, die bis zu 60 Einzelinformationen enthalten, elektronisch ausgewertet und für fünf Jahre gespeichert werden. Betroffen sind alle Flugreisenden in der EU. Einige Minister wollen sogar die Ausweitung auf Bus- und Zugreisen. Durch den Zugriff staatlicher Behörden auf sensible PNR-Daten und die mögliche Verknüpfung dieser lassen sich viele Rückschlüsse über Menschen ziehen, die unter den Schutz der Privatsphäre fallen, wie Religion, Sexualität oder andere Lebensgewohnheiten. Diese Form der Vorratsdatenspeicherung stellt einen unverhältnismäßigen, nach unserer Auffassung grundrechtswidrigen Eingriff in die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger dar. Ob die Auswertung dieser Datenberge überhaupt hilft, kann angezweifelt werden.

Lasst uns gemeinsam gegen ein weiteres Instrument der unverhältnismäßigen Überwachung vorgehen!